Ruth Stoltenberg Fotografie
Zuhause
Diese Fotoserie ist ein stilles Zeugnis des Frühjahrs 2020 – jener ersten Phase der Pandemie, in der sich das Leben abrupt auf den engsten Familienkreis und die eigenen vier Wände reduzierte. In kleinen Inszenierungen dokumentiert die Arbeit das Zusammensein von Familie (Selbstinszenierungen mit meiner Tochter) in einen eigentümlichen Schwebezustand, zu einem Zeitpunkt, als die volle Tragweite der globalen Krise noch jenseits unserer Vorstellungskraft lag.
Anstatt dramatischer Ereignisse rückt das Verstreichenlassen der Zeit ins Zentrum. Die Bilder zeigen eine visuelle Erkundung der Nähe, in der das gemeinsame Verweilen in der Wohnung und das Dehnen der Stunden zur einzigen Realität wurden. Es ist ein Porträt der kollektiven Ahnungslosigkeit – ein Blick zurück auf eine Zeit, in der das Private zur Bühne wurde und die Außenwelt lediglich noch als ferne Kulisse existierte.
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