Ndar_Publikation


Ndar


Buchentwurf (hier die ersten 50 Seiten)

insg. 176 Seiten, 100 Farbabb.

mit Texten des senegalesischen Schriftstellers Louis Camara

NDAR – Saint-Louis


Diese Fotoserie entstand im Frühjahr 2019 während meines Aufenthalts in einer Künstlerresidenz in Saint-Louis, an der nordwestlichen Küste Senegals. Ndar, wie die Stadt in der Sprache Wolof genannt wird, liegt an der Mündung des Senegal-Flusses und war einst die erste französische Siedlung in Afrika sowie die frühere Hauptstadt ganz Westafrikas. Heute prägen koloniale Bauten zwar noch das Stadtbild, doch stehen sie im starken Kontrast zur Armut, in der ein Großteil der rund 220.000 Einwohner lebt – besonders im extrem dicht besiedelten Stadtteil Guet Ndar.


Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Menschen der Stadt, vor allem die Fischer, deren Lebensgrundlage durch Überfischung durch internationale Fangflotten und die Folgen des Klimawandels zunehmend bedroht ist. Steigende Meeresspiegel haben bereits zahlreiche einfache Behausungen entlang der Küste zerstört und tausende Menschen mussten umgesiedelt werden.

Bis 2080 werden voraussichtlich achtzig Prozent des Gebiets von Saint-Louis von Überschwemmungen bedroht sein, 150 000 Menschen werden dann allein dort umgesiedelt werden müssen. Die meisten Städte an der westafrikanischen Küste, in denen insgesamt rund 105 Millionen Menschen leben, sind in ähnlicher Weise bedroht.


Der Zugang zur Stadt und ihren Bewohnern war fotografisch zunächst schwierig. Einen wichtigen Schlüssel bildeten die Baobabs: uralte, mythisch aufgeladene Bäume, die im dicht bebauten Stadtraum oft mitten zwischen Häusern stehen und weit über die Dächer hinausragen. Als stille Zeugen vergangener Zeiten wurden sie zum verbindenden Element meiner Arbeit und ziehen sich als wiederkehrendes Motiv durch die Serie.


Ein begleitendes Fotobuch mit Texten von Einheimischen ist in Planung und soll die vielfältigen Facetten von Saint-Louis und seinen Bewohnern sichtbar machen.



-> ausführliche Informationen zu dem Projekt