Ruth Stoltenberg Fotografie

Ich wurde 1962 in Saarburg (Rheinland-Pfalz) geboren. Nach einem Sprachenstudium arbeitete ich zunächst als Fernsehredakteurin, bevor ich Anfang der 2000er Jahre meinen Fokus ganz auf die Fotografie legte.
Meine fotografische Ausbildung vertiefte ich u.a. in Seminaren an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin und an der Lichtblick School in Köln. Seitdem entwickle ich kontinuierlich eigene künstlerische Projekte, die sowohl dokumentarisch als auch konzeptuell geprägt sind. Dabei beschäftige ich mich immer wieder mit Grenzräumen – mit Orten, an denen politische, soziale und kulturelle Systeme aufeinandertreffen.
Meine Fotografien sind in renommierten Sammlungen vertreten, wurden national und international ausgestellt und ausgezeichnet, und meine wichtigsten Projekte fanden Eingang in Kataloge und Buchpublikationen.
2017 wurde ich in die Deutsche Fotografische Akademie (DFA) berufen; von 2019 - 2024 war ich Vizepräsidentin der Akademie.
Schon während meiner Arbeit als Fernsehredakteurin spielte visuelle Kommunikation für mich eine zentrale Rolle, auch wenn ich damals vor allem mit bewegten Bildern arbeitete. Als ich mich ab dem Jahr 2000 intensiver mit der Fotografie auseinandersetzte, rückte für mich zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, inwieweit dokumentarische Fotografie als Abbild realer Lebensräume verstanden werden kann – und wo sich im Gegensatz dazu die künstlerische beziehungsweise Autorenfotografie verortet. Die Fotografie hat mir eindrücklich vor Augen geführt, dass es die Wirklichkeit nicht gibt, sondern dass jeder Mensch eine eigene Perspektive auf die Welt entwickelt. Die Kamera hält letztlich nur den Ausschnitt fest, den der Fotograf oder die Fotografin wahrgenommen hat; die Interpretation dieses „Abbildes“ jedoch bleibt stets der betrachtenden Person überlassen.
Als ehemalige Redakteurin für Kurzfilme faszinieren mich vor allem Werke mit offenem Ende – ein charakteristisches Stilmittel dieses Genres. Sie eröffnen Raum für eigene Interpretationen und regen die Vorstellungskraft der Zuschauer an. Vielleicht findet sich genau diese Offenheit auch in meinen Fotografien wieder: Bilder, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Zugleich hilft mir die Fotografie dabei, mich intensiver mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen und sie wirklich zu verstehen. Immer wieder begegne ich Orten, deren Geschichte mich so berührt, dass ich erst dann zur Ruhe komme, wenn ich dort Bilder gefunden habe, mit denen ich diese Geschichte auf meine eigene Weise erzählen kann.
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