Fischerinsel

Ruth Stoltenberg Fotografie

Guet N'Dar

Die Fotostrecke zeigt überwiegend Fotos des Stadtviertels „Guet N’Dar“, der sogenannten Fischerinsel, einer vorgelagerten Landzunge, die zu den dicht besiedelten Regionen der Welt gehört. Hier leben fast alle vom Fischfang. Doch die Existenz dieser Fischer, die mit ihren kinderreichen Familien in selbstgebauten Wellblechhütten dicht am Meer wohnen, ist aus verschiedenen Gründen bedroht. In immer kürzeren Abständen schlagen die Brandungswellen so hoch, dass sie die Häuser verwüsten und den Sandstrand zurückdrängen. 2003 hat das Meer ein ganzes Dorf mit sich gerissen. Gründe für die ansteigenden Fluten sind der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel, das Abtragen des Sandes als Baumaterial sowie der Bau eines Kanals, der die Überschwemmungen eigentlich eindämmen sollte, stattdessen aber dafür sorgte, dass die Öffnung zwischen Meer und Fluss bis heute immer größer wurde. Diese Öffnung müssen die Fischer in ihren selbstgebauten Booten passieren, doch das ist wegen der extrem starken Strömung oft fast nicht möglich. Viele tun es trotzdem und riskieren dabei ihr Leben. Ein weiteres großes Problem ist die Überfischung: Neben den Europäern sind es vor allem die Chinesen, die mit ihren großen Flotten den Fischbestand radikal reduzieren und dadurch die Senegalesen in immer tiefere und gefährlichere Regionen treiben. Manchmal sind sie wochenlang mit ihren einfachen traditionellen Pirogen unterwegs. Von der Regierung fühlen sie sich dabei völlig im Stich gelassen.

 

 

 

 

 

The photo gallery mainly shows photos of the district „Guet N’Dar“, the so-called Fishermen's Island, an offshore headland that is one of the most densely populated regions in the world. Almost everyone here lives from fishing. But the existence of these fishermen, who live with their families with many children in self-built corrugated iron huts close to the sea, is threatened for various reasons. In ever shorter intervals, the surf waves beat so high that they devastate the houses and push back the sandy beach. In 2003, the sea took an entire village with it. The reasons for the rising tides are the rise in sea level due to climate change, the removal of sand as a building material and the construction of a canal, which was supposed to contain the floods but instead ensured that the opening between the sea and the river has continued to grow to this day. The fishermen have to pass this opening in their self-built boats, but this is often almost impossible due to the extremely strong current. Many do it nevertheless and risk their lives. Another big problem is overfishing: besides the Europeans, it is mainly the Chinese who, with their large fleets, are radically reducing the fish stock, thus driving the Senegalese fishermen into deeper and more dangerous regions. Sometimes they travel for weeks with their simple traditional pirogues. They feel completely abandoned by the government.