Saint-Louis

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Diese Fotografien entstanden während einer Künstlerresidenz im Frühjahr 2019 in Saint-Louis (Ndar) an der senegalesischen Küste. Bereits eine erste Reise im Jahr 2016 bildete den Impuls für diese Serie: Die Stadt beeindruckte mich durch ihre fragile Schönheit, aber auch durch ihre tiefe geografische und soziale Zerrissenheit.


Saint-Louis existiert auf einer schmalen Schwelle, buchstäblich eingeklemmt zwischen der unaufhaltsamen Kraft des Atlantiks und der Mündung des Senegal-Flusses. Während die einstigen französischen Kolonialbauten der Altstadt – heute UNESCO-Welterbe – zunehmend verfallen, kämpft das direkt gegenüberliegende Fischerviertel auf der Landzunge Guet Ndar gegen die totale Zerstörung.


Im Zentrum der Arbeit stehen die Menschen, deren Lebensgrundlage durch massive Überfischung und die Folgen der Klimakrise akut bedroht ist. Der steigende Meeresspiegel hat an der Küste bereits zahlreiche Behausungen vernichtet und tausende Bewohner zur Umsiedlung gezwungen – weg vom Wasser, hin in staatliche Notunterkünfte im Landesinneren. Prognosen zufolge könnten bis zum Jahr 2080 rund 80 % der bewohnten Landzunge unwiederbringlich überschwemmt sein.


Saint-Louis wird in dieser Serie zum Sinnbild für die prekäre Lage von über 100 Millionen Menschen an der westafrikanischen Küste, die ihre Heimat an das Meer verlieren. Die Fotografien halten einen Moment des Schwindens fest – das Porträt einer Gemeinschaft zwischen tiefer Verwurzelung und erzwungenem Aufbruch.



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