Schengen

Ruth Stoltenberg Fotografie

Schengen

Schengen ist ein kleines luxemburgisches Winzerdorf an der Mosel und liegt direkt am Dreiländereck Deutschland (Saarland), Frankreich (Lothringen) und Luxemburg. Vor 30 Jahren wurde hier das Schengener Abkommen zur Abschaffung der innereuropäischen Grenzen unterzeichnet, das gerade heute im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation wieder neu diskutiert wird.

 

Ich bin in dieser Grenzregion aufgewachsen und mich interessierte bei meinem Fotoprojekt vor allem die Frage, welchen Einfluss diese Grenzöffnung nach so langer Zeit auf die unterschiedlichen Kulturen und Lebensgewohnheiten der Menschen aus den drei Nationen genommen hat. Es ist vor allem die jüngere Generation, die die Vorteile dieses offenen Europas nutzt. In den Schulen, am Arbeitsplatz und in den Neubausiedlungen mischen sich nach und nach die Nationen und die Sprachen, aber was ist davon nach außen sichtbar? Gibt es länderspezifische, charakteristische Merkmale, wenn man durch die Dörfer spaziert? Ist z.B. anhand der Architektur, der (Vor)Gärten, Straßen, öffentlichen Plätze ersichtlich, in welchem Land man sich befindet? Oder hat diese von Weinbergen und landwirtschaftlich betriebenen Feldern dominierte Region nicht sowieso ihren ganz eigenen, länderübergreifenden Charakter und Charme?

 

Um das Projekt räumlich zu begrenzen, konzentrierte ich mich auf die drei benachbarten Grenzgemeinden Schengen (L), Perl (D) und Apach (F), die nur wenige Kilometer auseinander liegen.

 

 

"Ruth Stoltenberg dokumentiert die Formensprache im Dreiländereck zwischen Luxemburg, Frankreich und Deutschland: Erinnerungen an bäuerliche Bauweisen, Relikte der Französischen und der industriellen Revolution, zwischen Ideal und Guillotine, gelungen und verbaute Architektur, unfreiwillige Ornamente und fahrlässige Hässlichkeit, Zugänge und Abschottungen. Die Aufnahmen legen die Inszenierungen des Alltags offen und erlauben die Frage nach möglichen provinziellen, nationalen oder europäischen Bezügen." (Peter V. Brinkemper)

 

 

 

Diese Serie wurde mit dem Opus-Fotopreis 2017 des Opus-Kulturmagazins Saarbrücken ausgezeichnet und für den Dummy Book Award Arles 2017 nominiert. Außerdem erzielte das Projekt den 1. Preis Prix Phot'oeil 2017 in Cérbère, Frankreich.

 

Präsentation des Buchprojektes bei der DFA-Tagung in Leinfelden-Echterdingen am 30.04.17 -> Live Stream